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Die Grünen fordern mehr erneuerbare Energien

22.1.2006

Erst die permanente Anhebung der Strom- und Gaspreise, dann der Zusammenbruch des westfälischen Stromnetzes und schließlich der Missbrauch der Gaslieferungen an die Ukraine durch Moskau: Anscheinend kann es besser es für die Atomkraftlobby nicht laufen.

Und tatsächlich verstärkt sie seit Antritt der großen Koalition den Druck auf CDU und CSU, den Atomkonsens zu brechen, an dem die SPD noch festhält. Die großen Energiekonzerne, die sich den deutschen Energiemarkt aufteilen und damit den Wettbewerb außer Kraft gesetzt haben, drehen an den Energiepreisen, um anscheinend zuerst die Politiker und dann die Bevölkerung für die Atomenergie mürbe zu machen. Denn die Gewinne der Energiekonzerne sind im letzten Jahr explodiert und rechtfertigen keine Preiserhöhungen.

Ihr Argument für die Atomenergie: Sie mache unabhängiger, sei sauber und langfristig verfügbar. Außerdem mit neuen Reaktortechnologien sicherer als je zuvor. Keines der Argumente stimmt. Atomenergie macht abhängig von Uran liefernden Staaten. Uran ist maximal derzeit für 25 Jahre vorrätig. Plutonium, das durch den Umgang mit Kernspaltungsmaterial in die Umgebung gelangt, verseucht auf Jahrtausende Erde und Wasser und zerstört Leben. Bis heute gibt es weltweit kein einziges sicheres Endlager.
Ganz anders sieht es da bei den Erneuerbaren Energien aus, ihre Gewinnung ist nicht gefährlich und es gibt auch keine verstrahlten Reste die irgendwo gelagert werden müssen. Bündnis 90/Die Grünen setzen sich schon lange für den Ausbau aller Arten Erneuerbarer Energien ein, sei es Photovoltaik oder Biogasanlagen. So kann der Vogelsbergkreis seinen Strombedarf durch die hiesigen Windkraftanlagen decken.

Ein Erfolg der Erneuerbaren Energien, dem sich die Vogelsberger CDU durch ihren Wiederstand aber immer noch weiter zu wiedersetzen scheint, verfolgt man die Vorgänge der letzten Zeit. Umso erfreulicher, dass jetzt einige angefangen haben umzudenken und sich für heimische Energieträger einsetzen.

Wenn die deutsche Landwirtschaftsfläche ausreichend ist für die Produktion von Nahrungsmitteln und Energiepflanzen, wie in einem Presseartikel über den Geschäftsführers des Kreisbauernverbandes, Dr. Bernd Stumpf, zu lesen ist, gilt das erst recht für den zum großen Teil landwirtschaftlich genutzten Vogelsberg. Herr Dr. Stumpf will sich für Kraftwerke einsetzen die im Vogelsberg aus Raps und Holzschnitzel Wärme erzeugen.

Diese grüne Idee, Energie aus Biomasse, umsetzen zu helfen, begrüßt Christiane Löchel, Mitglied im Kreisvorstand der Bündnis 90/Die Grünen ausdrücklich. „Dadurch werden wir wieder ein Stück mehr unabhängig von Erdöl- und Erdgaspreisen.

Alleine durch den Betrieb einer Biogasanlage, wie sie jetzt schon möglich ist, bleibt viel Geld im heimischen Raum. Diese Art der Energiegewinnung ist energiepolitisch und ökologisch eine echte Alternative,“ sagte Frau Löchel, „Wir müssen sofort damit anfangen, Öl, Gas und Atomenergie durch umweltfreundliche und bezahlbare Techniken wie Photovoltaik, Biogasanlagen und Windkraft abzulösen. Ein Aufschieben bis zur Findung noch besserer Möglichkeiten können wir uns angesichts der drastischen Entwicklungen der letzten Zeit nicht leisten.“

 
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