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Die Grünen halten die Gaspreiserhöhung durch die GWV für ungerechtfertigt

20.1.2006

Auf der kommenden Sitzung der Alsfelder Stadtverordnetenversammlung steht der Antrag der grünen Fraktion zur Beratung und Abstimmung, bei dem es um die jüngste Teuerung der Gastarife um rund 11% durch die GWV geht.

Mit dem Antrag möchte die grüne Stadtverordnetenfraktion erreichen, dass die Stadt als Mitgesellschafter der GWV-Osthessen darauf hinwirkt, dass diese die Erforderlichkeit und Angemessenheit der jüngsten Erhöhung durch Offenlegung prüffähiger, vollständiger Unterlagen ihrer Kalkulation belegt.

Immerhin sind bisher mehr als 500.000 Gaskunden dem Rat der Verbraucherverbände gefolgt und haben unter Hinweis auf § 315 Bürgerliches Gesetzbuch (fehlende Billigkeit) die Erhöhung beanstandet oder/und zahlen diese Erhöhung nicht. Bisher haben die Versorger keinen der „Gas-Boykotteure verklagt, weil dann vor Gericht die Versorger die Kalkulationen offen legen müssten.

Im Vorfeld der kommenden Stadtverordnetenversammlung hatte die Alfsfelder Fraktion der Grünen ein mehstündiges, ausführliches Gespräch mit GWV-Geschäftsführer Dr. Szepanek. Das Gespräch war äußerst informativ; es wurde nicht nur die gegenwärtige Situation der GWV als Gaslieferant verdeutlicht, sondern auch über mögliche zukünftige Entwicklungen der Energieversorgung gesprochen. Deutlich wurde aber auch, dass es genau an den entscheidenden Punkten, bei denen die GWV selber noch Möglichkeiten der Preisgestaltung nach unten hätte, noch keine Transparenz bei dem Gespräch zu haben war.

Die Energieversorger begründen die Anhebung der Gebühren mit den gestiegenen Kosten seitens ihrer Lieferanten. Zum einen seien sie mit langen Lieferverträgen an diese gebunden und zum anderen bestehe eine Anbindung des Gaspreises für Privatkunden an der Preisentwicklung des leichten Heizöls. Dr. Szepanek verteidigt sowohl die Dauer der Lieferverträge als auch die Bindung an eine Referenzenergie. Im anderen Falle würden einige wenige Gasmonopole die Börse dominieren mit der Folge exorbitanter Erhöhungen.

Diese Argumentation kann man teilen, aus der Bindung des Gaspreises an eine andere Energieform, mit der das Gas im Wettbewerb steht, folgt aber nach Auffassung der Grünen nicht, dass es unbedingt das Heizöl sein muss. Die Gaspreise könnten z.B. perspektivisch sinken, wenn sich der Gaspreis an den Kosten regenerativer Energien orientieren würde. Insgesamt lässt sich nach Überzeugung der Grünen die Anhebung der Gaspreise um 11% nicht alleine auf die gestiegenen Kosten des Heizöls zurückführen.Nach Auffasung von Experten würde danach eine Anhebung der Preise von ca. 3% herauskommen.

Die GWV ist Teilhaber einer Einkaufsgemeinschaft, über die sie große Teile des Erdgases relativ günstig bezieht. Hier wäre als Erstes zu prüfen, ob die GWV Einfluss auf einen niedrigeren Lieferpreis nehmen könnte. Einen sehr großen Anteil am Gaspreis haben die Netzentgelte (einschließlich Entgelt für Messung und Abrechnung). Hier hat die GWV unter Umständen den größten Spielraum zur Preisgestaltung. Die GWV zahlt einen erheblich größeren Anteil als Konzessionsabgabe an die Kommunen, durch die ihre Gasanlagen laufen als andere Versorger.

Das freut die Kämmerer, es stellt sich aber vor dem Hintergrund der ständig steigenden finanziellen Belastungen der Bürger die Frage, ob dieses die richtige Einnahmequelle zur Haushaltssicherung ist. Gleiches gilt für die Gewinnausschüttung an die Kommunen, die Gesellschafter der GWV sind. Hier, wie bei der Konzessionsabgabe könnten die Kommunen mit etwas weniger auskommen und so die Preiserhöhungen mindern. Das sind aber politische Entscheidungen, die die Bürger in ihren Kommunen herbeiführen müssen, stellen die Grünen abschließend fest.
 
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