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Kreisvorstand der Grünen bereitet Zukunftskongress vor

15.5.2006

Der Kreisvorstand hat in seiner konstituierenden Sitzung nach der Wahl die Vorbereitung für einen viele Sachthemen umfassenden Zukunftskongress der Grünen auf den Weg gebracht. Hintergrund ist die Neuausrichtung der grünen Kreispolitik auf die kommende Legislaturperiode.

Der Kreisvorstand sieht in dem Entwurf des Regionalplanes Mittelhessen fehlende Zielaussagen bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung im Vogelsbergkreis. Während international aufgestellte Firmen wie Veolia und WABAG versuchen, die Wasserversorgung der Gemeinden um jeden Preis in die Hand zu bekommen, stellen die Grünen bei den lokalen Politikern ein Verharren in alten Denkstrukturen fest. Der momentane Entwurf behindert die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises und bringt nur Vorteile für die Nachbarregionen. Die bürgerliche Koalition sollte sich nach Ansicht des Kreisvorstandes in Zukunft mehr für die Belange des Kreises einsetzen. Eine erste Maßnahme könnte sein, den vorliegenden Entwurf des Regionalplanes Mittelhessen zurückzuweisen.

Fraglich sind nach Meinung des Kreisvorstandes die Signale in der Schulpolitik. Wenn die "Unterrichtsgarantie plus" mit ungeschultem Personal billig durchgeführt werden soll, geht es offensichtlich mehr um die "Schülerverwahrung" als um deren zielorientierte Ausbildung. In dieselbe Richtung geht nach Meinung der Grünen die Studiengebühr von 500 Euro pro Semester, die für Studierende aus dem Vogelsbergkreis weitere Bildungsnachteile mit sich bringen und den Wegzug von Jugendlichen beschleunigen wird, die mangels Angebot sowieso schwer im Vogelsbergkreis zu halten sind. Wenn die bürgerliche Koalition die Schulpolitik nun in den Mittelpunkt stellen will, werden die Grünen sie beim Wort nehmen. Insbesondere werden sie die im Wahlkampf versprochenen 70 Millionen, die in die Schulen fließen sollen, einfordern.

Ein Umdenken muss es nach Meinung der Grünen im Baurecht geben, denn in den Gemeinden werden immer noch weitere Neubaugebiete ausgewiesen, obwohl die Bevölkerungsstatistik rückläufige Zahlen prognostiziert. Bald stellen leer stehende Gebäude in den Ortskernen neue Anforderungen an den Denkmalsschutz. Aus Sicht der Grünen macht es inzwischen durchaus Sinn die oftmals schwer nachvollziehbaren Auflagen des Denkmalschutzes zugunsten eines konstruktiven Denkmalsschutzes weiter zu entwickeln. Dort, wo es vom Dorfbild her sinnvoll möglich ist, sollte ein Abriss von Stallgebäuden zu Gunsten neuer Wohnungsbauten zugelassen werden. Denn welchen Eindruck macht das Dorfbild, wenn es von verfallenden, aber denkmalgeschützten Ruinen geprägt wird?

Eine breite Diskussion im Kreisvorstand betraf auch die Frage der geplanten Umgehungsstrasse von Lauterbach und Maar, die im Zusammenhang mit Ansiedlungen von Fuhrunternehmen zu einem starken Lastwagenverkehr in der Fläche führen werden. Die Grünen sehen hier eine schleichende Abwanderung von Autobahnverkehr in den Vogelsbergkreis zur Umgehung der Mautgebühr, nachdem von Seiten der bürgerlichen Koalition, das Thema für die Bundesstrassen im Vogelsbergkreis vom Tisch ist.

Diese und viele andere Themen sollen auf dem Zukunftskongress der Grünen im Juni strukturiert diskutiert und mit einer Bewertung in die Politik der grünen Kreistagsfraktion eingebracht werden.
 
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