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Die Grüne lehnen Beteiligung der
OVAG an Kohlekraftwerken entschieden ab
28.12.2007
Die Grünen lehnen eine Beteiligung der OVAG an
Kohlekraftwerken entschieden ab. Zielinski weist Kritik Görigs
zurück. Der Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Vogelsberger
Kreistag, Peter Zielinski, übt harsche Kritik an Manfred Görig, dem
SPD-Direktkandidaten für die Landtagswahl.
Görig hatte in
einer Presseverlautbarung in "ungewöhnlich heftiger Form" eine sachliche
Argumentation von Grünen-Fraktionsmitglied Dr. Udo Ornik angegriffen.
"Wenn Herr Görig als Direktkandidat für die SPD antritt so muss er
sich die Frage gefallen lassen wie er zu energiepolitischen Fragen steht", so
Zielinski.
Insbesondere der Versuch, über die Mehrheit von SPD und
CDU eine Diskussion im ZOV hinsichtlich OVAG Beteiligung am Kraftwerk Lubmin zu
blockieren, lässt vermuten, dass Görig hier eine vom Landeskurs der
Hessen-SPD abweichende Position vertritt und sich unangenehmen Fragen dazu vor
der Wahl nicht stellen möchte.
Vom Direktkandidaten Görig
erwarten die Grünen eine Klarstellung noch vor der Wahl. Zielinski
bekräftigt die Haltung der Grünen: "Wir lehnen den Bau und die
Beteiligung am Bau von Kohlekraftwerken aus Gründen des Klimaschutzes ab".
Gegenwärtig würden in Deutschland über 40 Kohlekraftwerke
geplant. Würden diese Kraftwerke gebaut, so würden die
Klimaschutzbemühungen der letzten Zeit um Jahre
zurückgeworfen.
Durch den Bau der geplanten Anlagen würden
die deutschen Klimagasemissionen um 170 Millionen Tonnen jährlich steigen.
Aus diesem Grund wäre eine Beteiligung der OVAG an einem Kohlekraftwerk
eine verhängnisvolle Fehlinvestition. "Die Verbrennung von Kohle ist die
klimaschädlichste Art der Stromerzeugung! Wir Bündnisgrüne
lehnen daher eine Beteilung des kommunalen Energieversorgers an einem solchen
Projekt ab", so Zielinski.
Vom Direktkandidaten Görig erwarten die
Grünen dazu eine Klarstellung noch vor der Wahl. Es geht in dieser
Auseinandersetzung am Ende um die Frage, ob sich die OVAG in Zukunft auf eine
regionale Wertschöpfung, heimische Arbeitsplätze und eine Hinwendung
zu verstärkter CO2-freien regenerativen Energieproduktion ausrichten will
oder, ob es am Ende nur ums schnelle Geschäft mit zweifelhaften
langfristigen Auswirkungen geht Görigs Argument, die Grünen
würden aus Gründen des Landtagswahlkampfes einen Skandal konstruieren
lasse sich ganz schnell als das enttarnen, was Grörig den Grünen
vorwerfe.
Offensichtlich hat er keine guten Argumente für die
Beteiligung der OVAG an einem solchen Projekt, sonst müssten nicht
sachliche Äußerungen eines nicht im Wahlkampf befindlichen Experten
der Grünen derart zur Themenfindung für den persönlichen
Wahlkampf Görigs herhalten. Abschließend weist Zielinski das
Argument, die Beteiligung an einem Kohlkraftwerk sei für die OVAG wichtig,
um den Verbrauchern auch in Zukunft preiswerten Strom liefern zu können
und gleichzeitig vom Atomstrom der großen Erzeuger wegzukommen,
zurück. Was mit Preisen auf dem Energiesektor geschehe könne derzeit
jeder an den Tankstellen und beim Ölpreis feststellen. Hier bestimme die
Industrie die Preise. Dies sei in etwas abgewandelter Form auch auf dem
Strommarkt der Fall.
Die OVAG als Wirtschaftsunternehmen - wenn auch in
kommunaler Hand - werde seinen Kunden nicht weniger Geld für den Strom
abnehmen, als es anderswo am Markt dafür erzielen könne. Wenn man die
Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt mit in die Betrachtung aufnehmen,
dann sei Strom aus erneuerbaren Quellen oft günstiger als Strom aus
Kohlekraftwerken oder auch als Atomstrom. |
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