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Koalition verabschiedet den Haushalt 2008 ohne Konzept

3.12.2007

Nach Auffassung von Bündnis 90/DIE GRÜNEN hat die bürgerliche Koalition von CDU, FWG und FDP bei den Haushaltsverhandlungen mehr als deutlich gemacht, dass sie die Zukunftsprobleme im Kreis nicht lösen kann. Was jedoch schlimmer wiegt , die Koalition hat auch keinerlei eigene Ideen entwickelt, die sie dazu beisteuern könnte.

So gab es auch nur lediglich eine einzige Korrektur der bürgerlichen Koalition an der Haushaltsvorlage der Kreisverwaltung in Höhe von 2.000 Euro. Ein Armutszeugnis ohne Gleichen. Mit den Anträgen der Opposition wollte sich die Koalition gar nicht erst auseinandersetzen. Wäre es nach dem Willen des CDU Fraktionsvorsitzenden, Herrn Heuser, gegangen, hätte man die Anträge der Opposition einfach niedergestimmt.

Statt der Opposition einen intelligenten Haushalt 2008 zu präsentieren, suchte die Koalition mangels geeigneter Argumente den Weg in die Bundes- und Landespolitik. Tatsache ist jedoch, dass der Kreis sich Jahr für Jahr weiter verschuldet, und durch immer weitere Erhöhungen der Kreisumlage sich das hierzu notwendige Geld von den Kommunen beschafft.

Die Grünen haben deutlich gemacht, dass dies zwar im Bereich Schulpolitik durchaus legitim sein mag, da hier ein erheblicher Nachholbedarf in den Investitionen besteht, doch in vielen anderen Bereichen nicht zu erkennen ist, wie der Kreis sich weiter entwickeln will. So werden mögliche Potentiale im Bereich der energetischen Gebäudesanierung nicht angegangen, obwohl hier ein jährliches Einsparpotential in Millionenhöhe existiert. Auch erfolgt über die Schulumlage eine Vereinsförderung in Millionenhöhe, ohne dass sich die bürgerliche Koalition offensichtlich darüber Gedanken macht, wie die Sporteinrichtungen des Kreises langfristig erhalten werden können.

So denkt Landrat Marx bei Haushaltsverhandlungen zwar regelmäßig über die Streichung der Schülerbeförderungskosten nach, die er den Eltern aufbürden möchte, erklärt aber gleichzeitig, dass eine Beteiligung der Vereine an den Nebenkosten für die Hallennutzung nicht vertretbar ist.

Es ist in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehbar, wieso Kommunen nun über die Schließung von Hallenbädern, die auch von den Schulen zum Schwimmunterricht genutzt werden, nachdenken müssen, wenn gleichzeitig der Kreis ihnen immer mehr Geld entzieht, um seine ungelösten Finanzierungsprobleme zu kaschieren. So haben die Fraktionsvorsitzenden der bürgerlichen Koalition zwar auf einer Sitzung in Mücke angekündigt, bei den Hallenbädern über das Marburger Modell nachdenken zu wollen, wonach die vollen Kosten für das Schulschwimmen auf alle Kommunen gerecht umgelegt werden.

Doch bei den Haushaltsberatungen weigerte sich die Koalition darauf einzugehen, bzw. den Bürgern zu erklären, welche alternativen Lösungen man statt dessen anbieten möchte. Auch die Vorschläge der Grünen einen jährlichen Preis für besondere Schulprojekte im naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich zu stiften, um intellektuelle Leistungen in der Schule zu fördern, wurde von der Koalition ohne Begründung abgelehnt. Auch wenn die Koalition mit ihrem Verhalten bei den Haushaltsberatungen gezeigt hat, dass sie sachorientierte Vorschläge der Opposition nicht ernst nimmt, werden die Grünen weiter sachorientierte Politik im Interesse der Menschen im Vogelsbergkreis machen.
 
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