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Der Kreis verwendet die Schulumlage zweckfremd: Städte und Gemeinden sollen Mittel vom Kreis zurückfordern

20.11.2007

Mehr als eine Million Euro der Schulumlage werden zweckentfremdet nicht für schulische Zwecke im Vogelsbergkreis ausgegeben, stellen die Grünen fest.

Mit 950.000 Euro finanziert der Kreis aus diesen Mitteln die Hallenbadbenutzung, auch durch Vereine und andere private Nutzergruppen. Weitere 80.000 Euro werden für den Betrieb des Hallenbades in Schlitz aus der Schulumlage bezahlt. Hinzu kommen die Personalkosten der Hallenbäder in einer den Grünen noch nicht bekannten Höhe, sowie ein Ablösebeitrag von 800.000 Euro für das Hallenbad in Schlitz allein in diesem Jahr.

Die Schulumlage wird von den Gemeinden an den Kreis gezahlt, damit dieser seinerseits für eine angemessene Ausstattung der Schulen sorgt. Das Vorgehen, die Vereinsförderung d.h. freiwillige Leistungen des Kreises aus der Schulumlage zu finanzieren und damit den Schulen dringend benötigte Mittel zu entziehen, halten die Grünen für rechtswidrig und fordern den Landrat auf, dies umgehend zu korrigieren.

Einerseits wird die neueste Erhöhung der Schulumlage durch den Kreis damit begründet, dass für die Schulen zusätzliche Leistungen erbracht werden sollen, weil die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Schulbildung oberstes Ziel der Kreispolitik sei. Andererseits werden die Städte und Gemeinden aber so indirekt und heimlich für die freiwillige Vereinsförderung des Kreises mit zur Kasse gebeten.

Es kann nicht angehen, dass sich der Landrat mit zweckentfremdetem Geld der Kommunen von den Vorständen der Vereine dankbar auf die Schulter klopfen lässt. Dieses Geld benötigen die Städte und Gemeinden selbst dringend, um ihre eigenen, hoch defizitären Haushalte zu sanieren

Als Leiter der Kommunalaufsicht fordert Landrat Marx auf der einen Seite, dass die Gemeinden ihre freiwilligen Leistungen drastisch kürzen oder ganz streichen sollen, um die aufgelaufenen Schulden auch tilgen zu können. Andererseits finanziert er die freiwilligen Leistungen in seinem Zuständigkeitsbereich heimlich mit dem Geld anderer.

Die Grünen hielten es bei dieser Vorgehensweise von Landrat Marx für gerechtfertigt, wenn die Städte und Gemeinden die vom Kreis zweckfremd verwendeten Mittel der Schulumlage zurückforderten. Es ist zu vermuten, dass die Schulumlage schon mehrere Jahre zu anderen Zwecken verwendet wird. Deswegen halten es die Grünen für notwendig, die genaue Höhe der Mittel, die eigentlich den Städten und Gemeinden zustehen, aufzulisten, und wenn es sein muss, diese zurückzuzahlen.

Bemerkenswert finden die Grünen auch, dass im Regierungspräsidium in Gießen, dem die Prüfung der Haushalte des Vogelsbergkreises obliegt, diese Fehlverwendung der Schulumlage offenbar noch nicht bemerkt worden ist. Die Grünen werden in der nächsten Kreistagssitzung eine Überprüfung dieses Sachverhaltes fordern.
 
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