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Die Grünen fordern eine Verbesserung der Schülerbeförderung Aussetzung der Bahn – Privatisierung

3.11.2007

Die Defizite in der Schülerbeförderung im Vogelsbergkreis, insbesondere mittags nach Schluss der sechsten und siebenten Unterrichtsstunde, müssen nach den Vorstellungen der Grünen umgehend durch ein besseres Busangebot beseitigt werden. Die Kreismitgliederversammlung befasste sich auf ihrer letzten Sitzung in Lauterbach mit diesem für Eltern und Schüler wichtigen Thema.

Aus Sicht der Grünen ist es unehrlich, dass die Politik auf der einen Seite immer betont, dass die Zukunft unserer Gesellschaft in der guten Ausbildung unserer Jugend liegt, wozu dann auch günstige Transportangebote im öffentlichen Nachverkehr (ÖPNV) zu den Bildungs­ein­rich­tungen hin und zurück gehören. Auf der anderen Seite aber sind die entscheidenden Politiker dann aber nicht bereit, hierfür die entsprechenden Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die Einbindung des Schulbusverkehrs in den öffentlichen Nahverkehr und die Auswahl der Anbieter ausschließlich nach dem billigsten Angebot führten bereits in den vergangenen Jahren zu einer massiven Verschlechterung für die Kinder und Jugendlichen, die in den Ortsteilen außerhalb der Stadtzentren wohnen.Oft haben sie seitdem deutlich längere und ungünstigere Zeiten in überfüllten Bussen zu ertragen.

Die Grünen sehen eine ähnliche Gefahr in der Bahn-Privatisierung und eine Bedrohung der Vogelsbergbahn, denn auch auf Seiten der Landesregierung besteht wenig Wille, die Defizite im ÖPNV auszugleichen. Eine Privatisierung der Bahn wird weitere Fahrpreiserhöhungen mit sich bringen und da der Vogelsbergkreis nicht gewillt ist, die Fahrtkosten für nicht-Oberstufen­schülerInnen zu übernehmen, werden die Eltern deshalb noch tiefer in die Tasche greifen müssen.

Daher hat die Kreismitgliederversammlung der Grünen beschlossen, die neue Linie der SPD mitzutragen, nämlich die Pläne für die Privatisierung der Bahn auf Eis zu legen.Immerhin sind l aut einer repräsentativen Umfrage vom Juli 2007 zwei Drittel der Bevölkerung gegen die Privatisierung der Bahn und fordern den Bundestag auf, jede Form der Bahn-Privatisierung abzulehnen und sich statt dessen für eine gute Bahn in öffentlicher Hand einzusetzen.

Eine Privatisierung der Bahn, ob mit oder ohne Schienennetz, ist aus Sicht der Grünen ungeeignet, einen bürgernahen und verlässlichen Bahnverkehr zu vernünftigen Preisen zu gewährleisten. Die Bahn ist ein Hebel zur klimafreundlichen Verkehrspolitik, den die öffentliche Hand nicht abgeben darf. Die Folgen der Bahn-Privatisierung sieht man nach Ansicht der Grünen in Großbritannien: Streckenstilllegungen, steigende Preise, Massenentlassungen und Fahrplanchaos sind die Folge der radikalen Privatisierung dort.

Die Mobilität im ÖPNV ist ein Grundbedürfnis der Gesellschaft und darf nicht den Renditevorstellungen potentieller Groß-Investoren geopfert werden. Denn es geht auch anders, wiedie Schweiz am Beispiel einer gut funktionierenden und bürgernahen Bahn in öffentlicher Hand demonstriert.
 
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