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Das Erneuerbare Energien Gesetz ist
ein großer Erfolg
27.10.2010
Das Erneuerbare Energien Gesetz ist ein großer
Erfolg Aufgrund der schlechten Umfragewerte der Regierung, massivem Widerstand
gegen die Pläne zur Atomkraft und die wachsende Erkenntnis bei vielen
Bürgern, dass die deutschen Energiekonzerne seit Jahren die Politik nach
Ihren Profitinteressen beeinflussen, haben die Atomkraftbefürworter und
die Energiekonzerne zu einem Rundumschlag gegen regenerative Energien
veranlasst.
Mit Preiserhöhungen, Aussagen über angeblich
nicht mehr vorhandene Energiesicherheit und hoher Kosten beim Ausbau der Netze
soll verlorener Boden zurück-gewonnen werden. Erhebliche Kritik richtet
sich dabei gegen das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG). Dieses ist jedoch die
Grundlage dafür, dass heute rund 17 Prozent des Stroms aus erneuerbaren
Energien stammen, dass inzwischen 340.000 Menschen in der Erneuerbaren-Branche
arbeiten und aktuell rund 20 Milliarden Euro jährlich in neue
Erneuerbare-Energien-Anlagen investiert werden, so der Vorsitzende der
Grünen Fraktion im Kreistag, Peter Zielinski.
Die Grünen
reagieren mit einer Pressemitteilung auf Verlautbarungen, auch seitens der
Stadtwerke Lauterbach, welche einseitig auf die Strompreiserhöhung
aufgrund des Gesetzes abzielen. In vielen Regionen, vor allem in
Ostdeutschland, sind erneuerbare Energien mittlerweile der
Hauptwirtschaftsfaktor. Nutznießer sind auch die Kommunen, denen die
Nutzung erneuerbarer Energien 6,8 Milliarden Euro in die Kassen bringt, zum
Beispiel durch Pachteinnahmen, Steuern oder Beteiligung an Windparks sowie
viele kleine und mittelständische Unternehmen wie Handwerker, die durch
Installation, Wartung und andere Serviceleistung von den Erneuerbaren
profitieren.
So wird Wertschöpfung in Deutschland und insbesondere
auch im Vogelsberg generiert. Dass dieser Erfolg auch etwas kostet ist klar.
Atomkraft und fossilen Energien werden über kaum zu überblickende
Wege finanziert - von den Kosten der Umweltzerstörung und den
Gesundheitskosten ganz zu schweigen. Anders bei den erneuerbaren Energien. Hier
sind die Kosten transparent, ein Ende ist - im Gegensatz zur Atomkraft - fest
vereinbart und es werden dadurch auch nicht die kommenden Generationen
belastet.
Die Atomwirtschaft wurde seit den 50er Jahren des letzten
Jahrhunderts bis zum Jahr 2008 mit über 165 Milliarden Euro
subventioniert. Alleine für den "Schnellen Brüter" in Kalkar -welcher
nie in Betrieb ging- musste der Steuerzahler 11 Milliarden Euro berappen. Zudem
soll wohl der Staat für die Kosten der Entsorgung des Atommülls
aufkommen. Hier sei nur auf den Skandal in der Asse hingewiesen. Vor allem
durch den enormen Ausbau des Solarstroms sind die Kosten des EEG gestiegen. Die
EEG-Umlage, also die von allen Haushalten zu tragenden Mehrkosten für die
Vergütung von EEG-Strom, werden laut aktuellen Medienberichten 2011 von
gut 2 auf 3,5 Cent/kWh Strom steigen.
Diese Preissteigerung wird nun
von Kritikern des EEG genutzt, um die erneuerbaren Energien als Preistreiber in
Misskredit zu bringen. Die Kosten des EEG berechnen sich aus der Preisdifferenz
zwischen dem herkömmlichen Börsenstrom und dem eingespeisten
EEG-Strom. Diese Differenzkosten von aktuell 8 Milliarden Euro dürfen die
Energieversorger auf ihre Kunden umlegen. Ihnen steht ein erheblicher
volkswirtschaftlicher Nutzen gegenüber: " Der EEG-Strom vermeidet zurzeit
jährlich über 70 Millionen Tonnen CO2 und damit Kosten in Höhe
von 1,7 Milliarden Euro/Jahr. " Es vermeidet Umwelt- und
Gesundheitsschäden ("externe Kosten") im Wert von 8 Milliarden Euro/Jahr.
" Der erneuerbar erzeugte Strom senkt die Kosten für den Import fossiler
Brennstoffe um 5,7 Milliarden Euro/Jahr.
Der Ausbau erneuerbarer
Energien senkt den Börsenpreis für Strom. Weil an der Strombörse
nur die Betriebskosten der Kraftwerke zählen, ist erneuerbar erzeugter
Strom dort sehr günstig - vor allem weil er keine teuren Brennstoffe
benötigt. Immer wenn viel Wind weht oder die Sonne scheint, wird weniger
Stromproduktion aus teuren fossilen Kraftwerken abgerufen. Dieser sogenannte
Merit-Order-Effekt senkte allein 2008 die Beschaffungspreise für die
Stromhändler um bis zu 4 Milliarden Euro. Den Preisvorteil geben die
Konzerne aber nicht weiter an die Kunden, sondern stecken ihn als Zusatzgewinn
in die eigene Tasche.
Die Kostenentwicklung beim EEG kann nicht allein
auf das im Gesetz verankerte Vergütungssystem zurückgeführt
werden. Eine entscheidende Ursache ist das Hin und Her der schwarz-gelben
Koalition bei der Kürzung der Vergütung für Solarstrom. Fast ein
Jahr wurde gestritten und beinahe wöchentlich wurden neue Szenarien
für den Kahlschlag bei der Solarförderung diskutiert. Die Folge: Alle
Investoren wollten so schnell wie möglich ihre Anlagen fertig bauen. Statt
einer kontinuierlichen Entwicklung des Ausbaus hat das schwarz-gelbe Chaos zu
einer Endzeit-Panik bei den Fotovoltaik-Investoren geführt.
Das
Ergebnis: Ein gigantischer Zuwachs an neuen Solaranlagen um ca. 8.000 Megawatt
und eine deutliche Steigerung der EEG-Umlage. Diese Entwicklung ist auch im
ländlichen Raum, wie dem Vogelsbergkreis oder dem Landkreis Fulda zu
beobachten. Teilweise wurden große Solarparks sehr kurzfristig aus dem
Boden gestampft. Auch für Lauterbach war bei Schloss Eisenbach eine solche
Anlage geplant worden. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist alternativlos.
Er muss aber in einem Umfang stattfinden, der die Akzeptanz nicht
gefährdet. Grundsätzlich ist im EEG von je her eine Kostenbremse
eingezogen. Denn die Vergütung für neue Anlagen wird jährlich
gesenkt ("Degression"). Dadurch wurden zum Beispiel die Erzeugungskosten
für Solarstrom seit 2004 um über 40 Prozent von 57 auf 33 Cent/kWh
gesenkt. Schon in wenigen Jahren wird Solarstrom nicht mehr teurer sein als der
Preis für herkömmlichen Strom im Netz. Etwas später werden die
ersten Altanlagen aus der Förderung fallen. Dann wird die EEG-Umlage sogar
trotz fortgesetzten Ausbaus sinken. |
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