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Grüne beantragen Fortsetzung von "Wirkungsorientierter Jugendhilfe" im Vogelsbergkreis

19.09.2009

Nachdem in der letzten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Gesundheit und Soziales die Ergebnisse des dreijährigen Modellprojektes "Wirkungsorientierte Jugendhilfe" des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend vorgestellt wurde, greift die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Kreistag die Thematik mit einem Antrag auf:

"Der Kreisausschuss wird beauftragt, das Modell "Wirkungsorientierte Jugendhilfe" fortzusetzen. Hierzu sind die notwendigen personellen und materiellen Voraussetzungen zu schaffen. Die Personalsituation des Jungendamtes ist mit einer Stellenbemessung zu überprüfen und ggf. mit dem nächsten Stellenplan auf das sich aus dieser Stellenbemessung ergebende Soll anzupassen", so der Antragstext. Laut dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen-Fraktion, Peter Zielinski, möchten die Grünen damit die positiven Ergebnisse aus der Teilnahme des Vogelsbergkreises am Modellprojekt für die Zukunft sichern und ausbauen. Wesentlicher Dreh- und Angelpunkt der einzelnen Arbeitsschritte im Modellprojekt war die Verbesserung des nach § 36 des achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII) vorgeschriebenen Hilfeplanverfahrens. Mit diesem Hilfeplanverfahren werden der Hilfebedarf des Kindes oder des Jugendlichen und die Maßnahmen zwischen den einzelnen Trägern der Jugendhilfe und dem Jugendamt koordiniert. Diese Koordinationsfunktion des Hilfeplans eröffnet die Möglichkeit, die einzelnen Hilfen auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit besser einzusetzen. Die Grünen möchten das Jugendamt personell verstärkt wissen, um diese Möglichkeiten dann auch in der Praxis weiter nutzen zu können. Im Rahmen der Ausschusssitzung wurde deutlich, dass die sehr angespannte personelle Situation des Jugendamtes ein Problem in der dreijährigen Modellphase dargestellt hatte. Auch die freien Träger sind von der Richtigkeit der Fortführung der "wirkungsorientierten Jugendhilfe" überzeugt, so die einhellige Meinung am Rande der Ausschusssitzung.

Die Grünen verbinden deswegen den Antrag nach Fortsetzung der wirkungsorientierten Jugendhilfe mit der Forderung nach einer Überprüfung der personellen Ressourcen im Vogelsberger Jugendamt. Diese ist bereits seit Jahren Thema der Haushaltsberatung. Eine Lösung konnte bisher jedoch nicht gefunden werden. Aus diesem Grunde wollen die Bündnisgrünen nun endlich eine Stellenbemessung - im Idealfall kostengünstig durch eine Projektarbeit einer (Verwaltungs-)Fachhochschule - durchführen und das Ergebnis daraus umsetzen.

Beschlossen sei eine Organisationsüberprüfung auf Antrag der FDP ja bereits. "Doch passiert ist mal wieder nichts", so Zielinski. Bei anderen Jugendhilfeträgen habe sich gezeigt, dass eine angemessene Personalausstattung in den Jugendämtern auch dazu bei trage, Kosten im Bereich der Jugendhilfemaßnahmen zu sparen. Dies sei eine langfristige und nachhaltige Auswirkung der Einführung der Hilfeplanung, zu der eben auch personelle Ressourcen benötigt würden.

Es reiche nicht aus, sich alljährlich über die astronomische Höhe der Ausgaben im Bereich der Jugendhilfe aufzuregen, hier müsse nun endlich nachhaltig und präventiv gehandelt werden.
 
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