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Die Grünen wollen bei den kreiseigenen Gebäuden den Passivstandard erreichen

23.9.2011

Ziel der Grünen ist es, mittelfristig den Passivstandard für alle Bauten des Kreises und der kreiseigenen Gesellschaften zu erreichen. Hierzu wurde ein umfangreicher Forderungskatalog der grünen Fraktion in die Beratungen der Koalitionsrunde mit der SPD und FW eingebracht. Ein erster gemeinsamer Antrag hierzu soll auf der kommenden Kreistagssitzung verabschiedet werden.

Danach sollen die Gebäude einen energetischen Standard aufweisen, der den Jahresheizwärmebedarf auf maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr (kWh/m2/a) begrenzt. In den Wettbewerbs- und Ausschreibungsunterlagen, den Leistungsverzeichnissen sowie den Verträgen und Aufträgen soll dieser Standard explizit und verbindlich für die Anbieter bzw. Vertragspartner vorgeschrieben werden. Beschlüssen des Kreistags zu diesen Vorhaben soll nach dem Willen der Grünen eine Berechnung der zu erwartenden Energieeinsparung unter Berücksichtigung der Energiepreissteigerung zugrunde gelegt werden.

Der anstehende Klimawandel, die absehbare Knappheit der fossilen Energieträger und die unabsehbaren Folgen weiterer Kernenergienutzung machen es nach Meinung der Grünen unerlässlich, mit Energie so sparsam und effizient wie möglich umzugehen. Eines der wichtigsten Ansatzpunkte dazu ist der Energiebedarf der Gebäude. Raumheizung und Warmwasserbereitung beanspruchen 40 % des Endenergieverbrauchs in der Bundesrepublik. Mit dem Neubau bzw. der Modernisierung eines Gebäudes werden der energetische Standard und damit der Energiebedarf des Gebäudes auf Jahrzehnte festgelegt.

Im Umkehrschluss bedeutet dies nach Auffassung der Grünen, wenn diese Gelegenheit zur Realisierung eines nachhaltigen Energiestandards nicht ergriffen wird, sind hohe und unkalkulierbare Energiekosten auf Jahrzehnte vorprogrammiert. Der Passivhausstandard ist im Neubau sowohl für Wohn- als auch für Nichtwohngebäude Stand der Technik und setzt sich insbesondere im Wohnbau immer mehr durch. Auch im Vogelsbergkreis sind hiermit gute Erfolge erzielt worden.

Der Komfort für die Nutzer erhöht sich, da das Raumklima in Gebäuden auf Passivhaus- bzw. Niedrighausniveau und kontrollierter Lüftung angenehm ist, nachweislich auch für Allergiker. Passivhausstandard bei Neubauten und Niedrigenergiestandard bei Modernisierungen ziehen höhere Investitionen als die Minimalanforderungen nach sich. Diese höheren Aufwendungen zahlen sich nach Meinung der Grünen aber aus: "Der wesentlich niedrigere Energieverbrauch führt zu entsprechend geringeren Kosten und hält die Verbrauchskosten auch bei den mit Sicherheit zu erwartenden Energiepreissteigerungen im überschaubaren Rahmen.

Der höhere energetische Standard verbunden mit einer qualitativ hochwertigen Ausführung steigert zudem den Wert der Immobilien; die nächsten Sanierungen stehen nicht schon wieder in 10 oder 20 Jahren an, sondern wesentlich später. Insgesamt wird damit ein wesentlicher Beitrag zur langfristigen Stabilisierung des Kreishaushalts geleistet." Der Vogelsbergkreis kann bereits auf eine lange und erfolgreiche Tradition des energiesparenden Bauens verweisen und gehört in der Hinsicht zu den führenden Kreisen in Hessen. Beispiele hierfür sind die Erweiterungsbauten der Gymnasien in Lauterbach und Alsfeld sowie der Digmudisschule in Schotten.

Diese Tradition, die auf eine frühere Initiative der Grünen zurück zu führen ist, soll nun ausgebaut werden. Damit setzt der Kreis auch gleichzeitig Zeichen für die Bürger: Er wird durch konkrete Vorhaben zeigen, wie es machbar ist, gleichzeitig energetisch und ästhetisch anspruchsvoll zu bauen bzw. zu modernisieren und dabei noch mittel- und langfristig Geld zu sparen. Hocheffiziente Gebäude bedürfen qualifizierter Arbeitskräfte nicht nur bei den Architekten und Planern, sondern auch bei Handwerk und Handel. Passivhausstandard bei Neubauten und hocheffiziente Modernisierung kreiseigener Gebäude sind damit praktische Wirtschaftsförderung. Der Vogelsbergkreis beweist damit, dass er in die Zukunft des Kreises nachhaltig investiert.
 
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