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Die Grünen stimmen dem Koalitionsvertrag mit SPD und FW zu: Die Grünen setzen im Koalitionsvertrag mit SPD und FW nachhaltige Schwerpunkte

14.5.2011

Die Grünen haben auf Ihrer Kreismitgliederversammlung am Samstag in Alsfeld den Koalitionsvertrag mit der SPD und FW diskutiert und sich bei nur zwei Gegenstimmen für eine Koalition ausgesprochen. Der Entscheidung war eine lange Diskussion vorausgegangen, in der die Kritikpunkte sowie notwendigen Verbesserungen in der realen Umsetzung der grünen Politik im Vordergrund standen.

Die Grünen zeigten sich zufrieden, dass die Verhandlungskommission der Koalitionsvereinbarung einen so deutlich grünen inhaltlichen Stempel gegeben hat. Deren Umsetzung wird nach Einschätzung der Grünen jedoch nur mit einem hauptamtlichen Beigeordneten möglich sein. Die Verhandlungskommission der Grünen, bestehend aus Vertretern der Fraktion und des Kreisvorstandes, äußerte sich im Folgenden detailliert zu wichtigen Schwerpunktthemen, die sie in den Koalitionsvertrag eingebracht hat: Die Einleitung der Energiewende, die Erhaltung der Lebensqualität, die Verbesserung der ökologischen Rahmenbedingungen und eine andere Müllpolitik im Vogelsbergkreis

Neue Energien: "Verbrauch senken, Regionale Wertschöpfung erhöhen"

Die Grünen wollen, dass zukünftig eine Energiepolitik gemacht wird, die weg von den fossilen Brennstoffen und Atomstrom zur Versorgung mit regenerativen Energien führt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Bürger des Vogelsbergkreises an der Wertschöpfung aus den "Neuen Energien" beteiligt werden. Um diese Energiepolitik durchzusetzen, fordern die Grünen zum einen, dass in der OVAG, an der der Vogelsbergkreis zusammen mit den Kreisen Wetterau und Gießen beteiligt ist, beim Stromeinkauf der Anteil an Atomstrom deutlich reduziert und zukünftig ganz darauf verzichtet wird.

Zusätzlich soll die OVAG verstärkt in Energie-Projekte in der Region investieren. Zum anderen soll der Vogelsbergkreis ein eigenes Energiekonzept entwickeln, das sowohl Maßnahmen zur Energieeinsparung, als auch regionale Investitionen, z.B. im Bereich Windkraft und Bioenergie, begleitet. Nur eine Energieversorgung, die Umwelt und Ressourcen schont, ist für die Grünen nachhaltig. Wo der Kreis selbst Eigentümer von Gebäuden ist, soll er untersuchen, wie er Energie einsparen kann. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei in der energetischen Sanierung von Gebäuden und dem Einbau effizienter Heizungsanlagen liegen.

Müllentsorgung: "Gerechte Gebühren, ökologisch sinnvoll"
Bei der Müllentsorgung fordern die Grünen, dass im Abfallzweckverband ZAV ein neues und gerechtes Gebührenmodell entwickelt wird, das die Kosten für die Bürger nach der Menge des von ihnen verursachten Abfalls bemisst. Bei der Vergabe der Entsorgungsaufträge soll zukünftig wieder eine kommunale Lösung gefunden werden. Müll ist nach Ansicht der Grünen nicht nur ein "Entsorgungsproblem", sondern bietet auch Möglichkeiten zur wirtschaftlichen und stofflichen Verwertung. So soll die Biotonne wieder eingeführt und aus diesem Abfall Wärme und Strom erzeugt werden. Die neue Strategie der Müll-Entsorgung soll im Sinne der Verbraucher sein und gemeinsam mit ihnen entwickelt werden.

Bürgerbeteiligung: "Einmischen erwünscht!"

Die Grünen streben mehr Bürgerbeteiligung und die Anwendung neuer Formen der Beteiligung an. Sie sehen die Zusammenarbeit mit den Menschen der Region als eine Bereicherung. So sollen auch neue Medien eine wichtige Rolle in der Kommunikation spielen. Das Pilotprojekt mit Bürgerbeteiligung wird die Erarbeitung einer neuen Müllpolitik sein. Als erster Schritt soll noch in 2011 eine erste Bürgerversammlung hierzu stattfinden.

Landwirtschaft: "Strukturen erhalten, Gentechnikfreier Vogelsberg"

Die Grünen setzen sich dafür ein, die im Vogelberg noch bestehenden bäuerlichen Betriebe zu erhalten. Sie sehen eine Chance in der Entwicklung regionaler Marken, um neue Absatzmärkte für die Landwirte zu erschließen. Sie wollen auch landwirtschaftliche Betriebe bei der Umstellung auf den ökologischen Landbau unterstützen. Die so genannte "grüne Gentechnik" bei der Futtermittel- und Lebensmittelgewinnung lehnen sie ab. In Zusammenarbeit mit den Landwirten soll ein Verzicht auf den Anbau und die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen, Futtermittel und Saatgut erreicht werden, um das Vertrauen in Vogelsberger Produkte zu stärken.
Gesundheit: "Versorgung der Menschen muss gewährleistet sein."
Der Erhalt der gesundheitlichen Infrastruktur im Kreis wird ein wichtiges Ziel grüner Politik sein. Deswegen dürfen die Einsparungen des Kreises nur fortgeführt werden, wenn sie nicht die Zukunftsfähigkeit des Kreises gefährden. Ausgenommen von den Einsparungen sind grundsätzlich die Belange der öffentlichen Daseinsvorsorge. Eine Lösung für die Zukunft des Kreiskrankenhauses in Alsfeld sehen die Grünen in einer regionalen Zusammenarbeit mit anderen Krankenhäusern.
Schulen: "Bildung und Betreuung aus einem Guss"
Die Grünen wollen den Ausbau von Ganztagsschulen bzw. -angeboten mit Schwerpunkt auf Grundschulen und Förderstufen verstärkt vorantreiben und die Betreuungsangebote besser koordinieren. Die Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Schule und Kindergärten soll verstärkt werden.
Jugend und Soziales: "Prävention"

Im Bereich "Soziales und Jugend" wollen die Grünen, dass sich der Kreis intensiver mit der Frage der präventiven Arbeit befasst. Der Bereich Jugendhilfe, welcher eine bedeutende Ausgabeposition im Haushalt des Kreises darstellt, soll im Rahmen der Verwaltungsreform nachhaltig neu strukturiert werden. Um Trägern öffentlicher Belange eine verlässliche Grundlage für deren Arbeit zu bieten, sollen langfristige vertragliche Vereinbarungen über deren Angebote und die für den Kreis zu erbringenden Leistungen geschlossen werden. Diese sollen der Idee des Sozialbudgets entsprechen und sicherstellen, dass die notwendigen Angebote im Kreis erhalten bleiben.
Verkehr: "Mobil mit öffentlichem Nahverkehr"

Auch auf dem Land muss eine gute Verkehrsinfrastruktur bereitgestellt werden, die es den Menschen ermöglicht, ohne Auto mobil zu sein. Der Ausbau und die Modernisierung der Vogelsbergbahn ist dabei unverzichtbar wie auch der Erhalt der Bahnhöfe. Deswegen ist eine Überprüfung des Nahverkehrskonzeptes auf seine Nachhaltigkeit vorzunehmen. Daneben sollen nach dem Willen der Grünen neue flexible Verkehrssysteme die Angebote von Bussen und Bahnen ergänzen. Ein Grüner Dezernent setzt die Ziele um In den Bereichen Umwelt, Energie und Jugend werden die Grünen bei einem erfolgreichen Abschneiden des SPD-Kandidaten Manfred Görig bei der Landratswahl einen hauptamtlichen Beigeordneten stellen, der die Umsetzung der grünen Ziele in die Wege leitet und neben dem Landrat auch überwacht.
Hierfür wurde Peter Zielinski (Lauterbach) von den Grünen einstimmig gewählt. Zudem soll er sich für den Aufbau einer modernen, an die Bedürfnisse des Kreises angepassten Verwaltungsstruktur einsetzen. Die Belange der Umwelt sollen ein stärkeres Gewicht bei allen Entscheidungen im Kreistag und der Verwaltung finden. Weiter für den Kreisausschuss wurden einstimmig gewählt: Dr. Erik Siefart (Schwalmtal), Sonja Schittenhelm (Schlitz), Cornelia Bothe (Lautertal), Eva Goldbach (Lauterbach), Kerstin Dietrich (Alsfeld) sowie Edith Köhn-Müller (Alsfeld).
 
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