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Grüne sehen griechische Verhältnisse im Vogelbergkreis

3.05.2010

Mit einem Schuldenberg von zur Zeit 72 Millionen Kassenkrediten und einer erwarteten Zunahme der Schulden auf 169 Millionen bis zum Jahr 2013 ist der Vogelsbergkreis finanziell bereits heute am Ende.

Das sogenannte "Haushaltsicherungskonzept" , das eine "Genehmigungsfähigkeit" beim Regierungspräsidium in Geißen herbeiführen soll, ist nach Meinung der Grünen reine Makulatur. Allen Beteiligten von der Kreisspitze bis hin zu den Politikern im Kreistag ist klar, dass die sogenannte "Sperrung" von freiwilligen Leistungen durch alle sozialen Bereiche in Höhe von 556.000 Euro die Finanzlage des Vogelsbergkreises nicht rettet, und diese durch den Kreisausschuss nacheinander wieder aufgehoben werden müssen, weil sich dahinter vertragliche Bindungen verbergen, die der Vogelsbergkreis bereits eingegangen ist.

Wenn der Kreistag jetzt dieses Haushaltssicherungskonzept beschließen sollte, nach dem Motto "Durchwursteln" ist besser als die Handlungsfähigkeit zu verlieren, gibt man dem Regierungspräsidium in Gießen das Deckmäntelchen, das er braucht, um den nicht genehmigungsfähigen Haushalt doch noch durchzuwinken und steuert damit letzten Endes auf ein griechisches Desaster zu. Wenn die Schulden nicht mehr finanzierbar sind, werden andere darüber bestimmen - wie dies heute in Griechenland geschieht - die Gehälter zu kürzen, die Renten zu beschneiden, die Sozialleistungen herunterzufahren und die Steuern drastisch zu erhöhen.

Damit es dazu nicht kommt, fordern die Grünen den Kreistag auf, das von Landrat Marx vorgelegte Haushaltssicherungskonzept abzulehnen. Denn eine nachhaltige Konsolidierung der Kreisfinanzen ist dadurch nicht möglich und kann auch nicht gelingen, wenn sich das Ungleichgewicht von Einnahmen und vom Vogelsbergkreis zu erbringenden Leistungen nicht grundsätzlich ändert. Eine Erhöhung der Kreisumlage verschiebt die Problematik nur zu Lasten der Städte und Gemeinden im Vogelsbergkreis, die ohnehin schon am finanziellen Abgrund stehen.

Die Grünen befürchten, dass sich die bürgerliche Koalition von CDU, FDP und FWG im Kreistag mit Hinblick auf die Kommunalwahlen im März nächsten Jahres noch einmal durchschummeln will und versuchen wird, die dringend erforderliche Konsolidierung des Haushaltes auf das Jahr 2011 nach der Wahl zu verschieben.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Peter Zielinski, stellte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich heraus: "Dass der Kreis sich selber gar nicht konsolidieren kann. Es wäre nötig, dass der Kreis und die Kommunen endlich mehr Geld von Land und Bund zugestanden bekämen. Nur wenn dies geschieht, haben die Kommunen in ländlichen Gebieten überhaupt noch eine Chance."
 
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