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Grüne fordern eine Änderung
der ZAV-Planungen: Die Müllpolitik ist auf dem Weg in die Steinzeit
11.06.2009
Auf keine Gegenliebe stößt bei den Grünen
das "neue" Entsorgungskonzept , das der Vorstand des ZAV durch Herrn Kopp (FWG)
auf der letzten Sitzung in Grebenau-Schwarz vorgelegt hat. Nach Meinung der
Grünen befindet sich der ZAV auf dem Weg in die
Müllsteinzeit.
Aus dem ZAV-Konzept geht hervor, dass die Biotonne
komplett aufgegeben werden soll, obwohl sie eine sehr fortschrittliche Form der
Abfallverwertung darstellt . Angeblich soll die Gleichbehandlung aller
Gemeinden gewahrt werden, tatsächlich aber wird das gesamte, ungeliebte
Konzept, das seinerzeit die Grünen initiiert hatten, vom Tisch
gewischt.
Aufgegeben werden auch die Ziele der Müllvermeidung und
linearer Müllgebühren. Künftig soll nur noch die 80 Liter Tonne
als kleinstes Müllgefäß gültig sein, alle anderen
Müllbehälter mit 60 Liter wurden für teures Geld beschafft und
werden nun ohne ersichtlichen Grund wieder abgeschafft.
Ein
Einpersonenhaushalt erhält dann eine 80-Liter-Tonne zwangsverordnet und
zahlt gezwungenermaßen genauso viel wie ein Vierpersonenhaushalt. Wer
hingegen eine zweite 80-Liter Tonne hinzumietet, zahlt für die zweite
Tonne nur noch die Hälfte der ersten. Jeder gemeldete Einwohner
erhält zwangsweise 1040 Liter Müll verordnet, den er bezahlen muss,
völlig unabhängig, ob er diesen verursacht oder nicht. Das
verwirrende Gebührensystem verschleiert bewusst weitere
Gebührenerhöhungen.
Dabei werden die Leistungen bei der
Müllentsorgung immer weiter reduziert. So werden schon aktuell bei der
Sperrmüllabfuhr immer weitere Müllsorten ausgenommen. Abgesehen von
diesen Ungerechtigkeiten, soll auch den Bürgern, die nach kleineren
Renovierungsarbeiten ihre Abfalle für teures Geld auf den Bastwald
bringen, noch eine persönliche Anlieferung per Sperrmüllkarte
aufgedrückt werden.
Die Verantwortlichen beim ZAV sollten die
BürgerInnen des Vogelsbergkreises mehr als Kunden des ZAV und nicht als
halbkriminelle Subjekte betrachten, die den ZAV betrügen wollen. Dann
wäre die teure Umstellung der Einsammlung auf ein System mit Registrierung
jeder Tonnenleerung durch Computerchip und die Beschaffung einer teuren
Software überflüssig. Die Müllpolitik des ZAV verkommt aus Sicht
der Grünen zu einem reinen Einsammlungssystem, in dem nur noch die
großen Firmen außerhalb des Vogelsbergkreises das Sagen haben.
Das fördert den sorglosen Umgang mit unserem täglichen
Müll, statt die Vermeidung von Müll zu fördern. Anreize, weniger
Müll zu hinterlassen, fehlen. Das Gegenteil geschieht. Die Entsorgung der
Grün- und Gartenabfälle, die bisher vom Bodenverband im
Vogelsbergkreis direkt kompostiert wurden, werden nun europaweit ausgeschrieben
und landen in Verwertungsanlagen außerhalb der Vogelsbergkreises. Dort
bleiben auch die Profite.
Infolgedessen rechnet der Vorstand mit einem
30%-tigen Gebührenanstieg als Spitze eines Eisberges, den er solange aus
Rücklagen bedienen will, bis die Bundestagswahl vorbei ist. So hofft man,
das Wahlvolk ruhig zu stimmen. Die eigentliche Erhöhung kommt dann
später. Als große Rettung soll dann die "Gebührenentlastung "
von 10%" ab 2011 herangezogen werden, um die unsoliden Haushaltsmethoden des
ZAV nachträglich zu heilen. Aus Sicht der Grünen passt es zusammen:
Rückschritt in der Müllvermeidung und -verwertung bei heimlicher
Gebührenerhöhung durch Verschleierung der wahren Kosten.
Das
ist ökologisch unlogisches Handeln und eine unehrliche Politik, die
Grüne nicht unterstützen werden. |
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