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Grüne werfen Landrat Marx beim
Kreiskrankenhaus Fehlinformation vor
17.1.2011
Während Landrat Marx im Haushalt 2011, der mit den
Stimmen der bürgerlichen Fraktionen im Dezember 2010 verabschiedet worden
ist, noch von einer gesicherten Finanzierung des Kreiskrankenhauses ausgegangen
ist, erfolgt nun bereits einen Monat später eine Rolle
rückwärts. Jetzt braucht das Krankenhaus offensichtlich dringend mehr
Mittel als geplant.
Acht Millionen Euro soll der hochverschuldete
Vogelsbergkreis an Bürgschaften übernehmen. Ein unehrliches Spiel mit
den Bürgern, stellen die Grünen fest. Offensichtlich fürchtet
Landrat Marx nach der Kommunalwahl nicht mehr genügend Stimmen zusammen zu
bekommen, um für das Krankenhaus einen Rettungsschirm aufzuspannen.
Noch im Haushalt 2011 stellte der Geschäftsführer Häfner
fest: "Aus heutiger Sicht lässt sich eine verlässliche Prognose
über die wirtschaftliche Entwicklung des Krankenhauses nicht machen. Eine
Belastung des Haushaltes des Vogelsbergkreises im Haushaltsjahr 2011 wird unter
der Voraussetzung der angestrebten Erweiterung des Kontokorrentrahmens
gegenwärtig nicht erwartet. Sollte sich dies ändern, werden die
Kreisgremien über den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung
zeitnah in Kenntnis gesetzt".
Nicht einmal einen Monat nach
Verabschiedung dieses Haushaltes ist diese Feststellung offensichtlich
Makulatur. Denn Landrat Marx fordert nun in der kommenden Kreistagssitzung
dringend eine Bürgschaft von acht Millionen Euro zur Sicherung des
Kontokorrentkredites für das Krankenhaus. Nebenbei soll der
Vogelsbergkreis auch noch die bilanziellen Rückstellung für
Altersteilzeitvereinbarungen in Höhe von rund 550.000 Euro verbürgen,
die offensichtlich vom Verwaltungsrat unter der Leitung von Landrat Marx
genehmigt worden sind, aber keine Gegenfinanzierung durch Einnahmen aus dem
laufenden Betrieb des Krankenhauses haben.
Interessanterweise wird die
Höhe der Bürgschaft mit einer "abgestimmten Bedarfsermittlung"
begründet. Diese basiert nach Aussagen von Landrat Marx auf dem
geprüften Jahresabschluss 2009, dem voraussichtlichen Jahresergebnis 2010
und dem Wirtschaftsplan 2011 sowie einer Prognose zur mittelfristigen
Geschäftsentwicklung. All dieses war jedoch bereits bei der Verabschiedung
des Haushaltes bekannt, wurde aber offensichtlich von der Öffentlichkeit
ferngehalten. |
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