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Grüne gegen weitere
Privatisierung staatlicher Leistungen
3.4.2008
Als Reaktion auf die von der Deutschen Post
angekündigte Schließung der Postfiliale in der Kreisstadt Lauterbach
übt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Vogelsberger Kreistag,
Peter Zielinski, Kritik am Trend zur Privatisierung staatlicher Leistungen.
Derzeit zeigten sich die Folgen der in der Vergangenheit getroffenen
Beschlüssen zur Privatisierung von Bahn, Post oder Telekom.
Hier
würden die nunmehr in privater Form geführten ehemaligen
Staatsunternehmungen nach den Gesetzen der Marktwirtschaft handeln. Hier sei
oberste Maxime die Erwirtschaftung von Gewinnen zur Verzinsung des eingesetzten
Kapitals. Genau dies verfolgen diese Unternehmen, wenn sie aus
betriebswirtschaftlicher Sicht unrentable Betriebsteile - zumeist die in
ländlichen Regionen, mit im Verhältnis zum Ballungsraum weniger
Nutzern schließen, so Zielinski.
Leider lässt diese, rein an
marktwirtschaftlichem Gewinnstreben orientierte Handlungsweise, das
Bedürfnis der Bevölkerung in den schwächer besiedelten Regionen
ebenfalls mit öffentlichen Dienstleistungen wie Postdiensten,
Bahntransportleistungen oder einem schnellen DSL-Anschluss versorgt zu werden,
völlig außer Acht. Nach Meinung von Zielinski müssten
Unternehmen, welche öffentliche Versorgungsaufträge erfüllten in
staatlicher Hand verbleiben. Nur so könne gewährleistet werden, dass
auf dem Land und in Ballungsräumen annähernd in etwa gleiche
öffentliche Dienstleistungen angeboten würden.
Dann
müsse die Gesellschaft aber auch dazu bereit sein, die hierfür
notwendigen Aufwendungen in Form von Steuern oder anderen Abgaben zu tragen.
Sollte die Entwicklung sich nicht ändern, so würden in Gebieten wie
im Vogelsbergkreis bald nur noch die minimalsten Angebote an Dienstleistungen
vorhanden sein. Dies dürfte dann zur weitern Abwanderung von jungen
Menschen und Familien führen. Das dies nicht im Interesse der vogelsberger
Kommunalpolitik liegen kann, erklärt sich von selbst, so Zielinski
wörtlich.
Als nächste wichtige Entscheidung im Bundestag
stehe die endgültige Privatisierung der Deutschen Bahn an. Hier kann man
nur darauf hoffen, dass die Volksvertreter in Berlin aus den Erfahrungen
bisheriger Privatisierungen gelernt haben. Ein weiterer Ausverkauf von
Infrastruktur an die viel genannten " Heuschrecken" sollte nach
Möglichkeit unterbleiben. |
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